Nicht jede Übergangslösung muss zum neuen Kernsystem werden – aenable

Prozessdigitalisierung

Nicht jede Übergangslösung muss zum neuen Kernsystem werden

Ein bestehender Prozess war vorhanden, die dafür vorgesehene Anwendung in einem bestimmten Bereich jedoch vorübergehend nicht nutzbar. Eine bewusst begrenzte Zwischenlösung sicherte die Weiterführung des bekannten Ablaufs.

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Begrenzte BrückeKI-VISUALISIERUNG · aenable

Digitalisierungsprojekte beginnen häufig mit der Frage nach dem Zielsystem. In diesem Fall verfügte der Kunde bereits über eine Anwendung und einen funktionierenden Prozess. In einem Bereich konnte die bestehende Anwendung aus internen Gründen vorübergehend nicht eingesetzt werden. Benötigt wurde eine Lösung für die Zwischenzeit.

Die Aufgabe bestand darin, die bestehende Anwendung in ihren wesentlichen Funktionen so weit nachzubilden, dass der bekannte Prozess weiterhin durchgeführt werden konnte. Von Beginn an war klar, dass die Lösung vor allem schnell verfügbar und funktional sein musste. Das Budget war begrenzt, und die Anwendung sollte innerhalb weniger Wochen bereitstehen.

Der entscheidende Schritt bestand in einer konsequenten Priorisierung. Welche Funktion erzeugt den eigentlichen Nutzen? Welches konkrete Problem muss gelöst werden? Und welche technische Flexibilität ist für einen begrenzten Einsatzzeitraum tatsächlich notwendig? Nicht jede denkbare Dynamik oder Erweiterbarkeit musste Teil der Architektur werden.

Wir haben die Lösung auf der Power Platform umgesetzt: eine Anwendung, mit der der bestehende Prozess in einer neuen Oberfläche weitergeführt werden konnte, bis die ursprünglich vorgesehene Anwendung wieder nutzbar war. Die Dokumentation ist so angelegt, dass der Kunde die Lösung bei Bedarf auch länger nutzen kann.

Temporäre Lösungen werden häufig unterschätzt oder überdimensioniert. Im ersten Fall entsteht ein Provisorium, das kaum wartbar ist. Im zweiten wird aus einem zeitlich begrenzten Problem ein unnötig großes Transformationsprojekt. Hier bestand die Aufgabe darin, Umfang und Architektur konsequent am tatsächlichen Problem auszurichten.

Diese Logik ist auf kleinere Digitalisierungsprobleme in Fachbereichen übertragbar. Auch eine kleine Automatisierung kann sinnvoll sein, wenn sie einen klar umrissenen Arbeitsablauf vereinfacht und so dokumentiert ist, dass die Organisation damit weiterarbeiten kann. Der Umfang eines Vorhabens sollte sich an diesem Nutzen orientieren.

Die Erkenntnis

Eine angemessene Lösung richtet sich nach dem tatsächlichen Bedarf.

Wenn ein Problem temporär und klar begrenzt ist, kann eine bewusst reduzierte Anwendung fachlich sinnvoll sein. Voraussetzung ist, dass Nutzen, Umfang und spätere Weiterverwendung von Beginn an sauber abgegrenzt werden.

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